Ein weit verbreitetes Missverständnis zeigt sich in vielen Texten: Offenbar denken einige, dass komplexe Inhalte auch kompliziert formuliert sein müssen. Das macht es den geneigten Leserinnen und Lesern schwer, sich dem Dargestellten mit Vergnügen und Interesse zuzuwenden. „Wer kompliziert formuliert, hat nicht genug nachgedacht“ − dieses Credo von Richard von Weizsäcker ist der Schlüssel zu einem guten Text. Wer das Thema und seine Kernbotschaft im Vorfeld klar definiert, hat die beste Grundlage, um einen leserfreundlichen Text auszuarbeiten.

Die Satzstruktur

Was aber macht einfache, leserfreundliche Formulierungen aus? Sie zeigen sich zum Beispiel in der Satzstruktur. Schachtelsätze erschweren das Lesen, besser ist es, Nebensätze anzuhängen. Prinzipiell ist es ratsam, kurze und einfache Sätze zu  bevorzugen. Um keine Eintönigkeit in der Satzstruktur entstehen zu lassen, kann man zwischen kurzen und etwas längeren Sätzen variieren. Neue Gedanken gehören grundsätzlich in neue Sätze.

Die Wortwahl

Bei der Wortwahl bevorzugen Textprofis kurze, geläufige Substantive, also etwa „Start“ statt „Inbetriebnahme“. Fremdwörter und Fachjargon, Floskeln und sprachliche Klischees sollte man meiden. Die Losung lautet: einfach, klar, konkret formulieren! Verben sind für die Leser leichter zu erfassen als Substantive, weil sie eine Aktivität beschreiben. Aktive Formulierungen sind deshalb Passivkonstruktionen vorzuziehen, also lieber „Die Geschäftsführerin stellte drei neue Mitarbeiter ein“ als „Drei Mitarbeiter wurden von der Geschäftsführerin eingestellt“. Bei Adjektiven ist besondere Vorsicht geboten, oft bezeichnen sie etwas, was das begleitende Substantiv ohnehin meint, etwa bei der „feierlichen Zeremonie“ − wie sollte eine Zeremonie denn sonst sein als feierlich?

Allen, die genau erfahren möchten, wie sie Texte stilistisch auf den Punkt bringen können, empfehle ich meinen Workshop EINFACH GUTE TEXTE im Portfolio.

 

 

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