Keine Regel ohne Ausnahme − auch in der deutschen Grammatik gilt das (in der Regel ;-). Zu den typischen Nachfragen, die ich von meinen Kundinnen und Kunden häufiger höre, gehört folgende: „Aber vor ,und‘ steht doch kein Komma, richtig?“ Die richtige Antwort darauf lautet: manchmal schon. Es kommt ganz darauf an, was gesagt werden soll. Denn auch hier gilt, dass ein kleines Komma den Sinn eines ganzen Satzes verändern kann.

Einschübe benötigen Kommas

Grundsätzlich steht ein Komma vor einem ,und‘, wenn es einen eingeschobenen Nebensatz abschließt, etwa so: „Ich mag Erdbeeren, Äpfel, die süß schmecken, und Aprikosen.“ In diesem Beispiel wird der Relativsatz, der die Äpfel näher beschreibt, mit einem Komma eingeleitet. Um diesen Einschub vom übergeordneten Satz abzugrenzen, muss man den Nebensatz wieder mit einem Komma abschließen.

Achtung: Wenn ein Komma den Sinn verändert

Einschübe müssen mit Kommas als solche gekennzeichnet werden, auch wenn daran ein ,und‘ anschließt. Sonst kann sich sogar der Sinn eines Satzes verändern, wie etwa in folgendem Beispiel. „Peter, mein Bruder, und seine Frau“ beschreibt zwei Personen: 1. meinen Bruder mit dem Namen Peter sowie 2. seine Gemahlin. Dagegen meint: „Peter, mein Bruder und seine Frau“ drei Personen: 1. einen Mann namens Peter, 2. meinen Bruder, der nicht namentlich genannt wird, sowie 3. dessen Frau. So ein kleines Komma kann also tückische Folgen haben …

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